Kaugummi
Kaugummi – die langlebige Süßigkeit
Der Kaugummi ist mehr als ein Naschwerk, er bringt zum Geschmackserlebnis noch eine ganze Lebensphilosophie mit. Kaugummi kauen gilt in der heutigen Gesellschaft als lässig und unkonventionell. Doch die Tradition des rituellen Kauens von gummiartigen Substanzen, wie das Harz von Mastix-Bäumen oder Chicle, lässt sich in der Menschheits-Geschichte bis in die Steinzeit zurückverfolgen.
In der Moderne des 19. Jahrhundert wurden von geschäftstüchtigen Amerikanern Kaugummi-Vorläufer aus Baumharzen, wie Fichtenharz oder Chicle, dem Latex des Sapotilla-Baums, entwickelt. Auch synthetisch hergestellte Paraffin-Wachse fanden Verwendung. Zu dieser Zeit brachte man ebenso die ersten Kaugummis mit Geschmack auf den Markt. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde der berühmte Wrigley’s Gum vom gleichnamigen US-Amerikaner in Produktion genommen. Er ist bis heute im Angebot der Kioske auf der ganzen Welt zu finden. Anfang des 20. Jahrhunderts erfand Walter E. Diemer den Bubble Gum, durch Beimischung von Farbstoffen, damit begann die Ära der Kaugummi-Blasen.
Moderne Kaugummi-Produktion – was blieb
Auch heute werden noch natürliche Stoffe, wie Chicle und andere Gummi- oder Latex Harze, zur Kaugummi-Herstellung verwendet. Diese Rohstoffe stammen meist aus Ländern, die über tropische Wälder verfügen, wie sie beispielsweise in Mittel- und Südamerika vorzufinden sind. Die Säfte laufen, durch das Einritzen der Baumrinde der Länge des Baumes nach, aus und werden am Fuße der Bäume in Eimern aufgefangen. Das Latex wird noch am Erzeugungsort von den Arbeitern gekocht, zu großen Blöcken geformt und dann an Hersteller in der ganzen Welt als Rohstoff verkauft. Tatsächlich beträgt aber der Anteil der Harze an der Kaugummi-Produktion nur noch etwa 20 bis 25 %, die restliche Menge wird synthetisch in der Petrochemie hergestellt.
Was ist nun im Kaugummi enthalten?
Kaugummi-Produkte in der Form, wie sie heute in der modernen, westlichen Welt auf dem Markt zu finden sind, enthalten zunächst einmal zu 50 bis 70 % Zucker. Zuckerfreier Kaugummi wird mit Süßstoffen und Zuckeraustausch-Stoffen versehen. Die Kaubasis, die beim Kauen erhalten bleibt besteht zum großen Teil aus Kunststoffen, in geringeren Anteilen aus besagten, natürlichen Harzprodukten. Außerdem werden Aroma- und Geschmacks-Stoffe sowie Feuchthalte-Mittel zur Erhaltung der Flexibilität zugesetzt.
Herstellung von Kaugummi
Die eigentliche Herstellung von Kaugummi gestaltet sich wie eine Brotteig-Zubereitung. Alle Zutaten der jeweiligen Rezeptur werden gereinigt, maschinell zerkleinert und gemahlen. Weiterhin werden die Zutaten erwärmt und durch eingehendes Durchkneten miteinander vermischt. Produzenten halten ihre Rezepturen im Allgemeinen geheim. Die Masse wird anschließend ausgewalzt, getrocknet, geschnitten und in Klimaräumen gehärtet. Automatisierte Verpackungsanlagen hüllen die Kaugummis in robuste Verpackungen ein, dies schützt sie vor dem Austrocknen und vor Beschädigung beim Transport. Auf der Verpackung ist auch die Deklaration der Inhaltsstoffe vorzunehmen.
Kaugummi – alle Arte, alle Sorten
Es gibt auf dem Süßwarenmarkt eine riesige Auswahl an Kaugummi zu erstehen. Angefangen bei den berühmten bunten Kugeln aus dem Drehgriff-Automaten, über Streifen-Kaugummis wie dem bekannte Wrigley’s, bis hin zu Dragee-Kaugummis in rechteckiger Form. Für Kinder gibt es besonders große, besonders weiche und besonders süße, bunte Kaugummis. Für die Erzeugung von Kaugummi-Blasen hat man entsprechende Bubble Gums, die sich sehr weit dehnen lassen ohne zu zerreißen. Wir finden Kaugummi als Pulver, Brause-Kaugummi, Lutscher und Eis mit Kaugummi im Inneren und sogar Jesus-Rock-Kaugummi.
Kaugummi mit Minz-Aroma oder Frucht-Geschmack, mit Koffein und Guarana und Kaugummis zur Gewichts-Reduktion sind käuflich. Nikotin-Kaugummis werden erfolgreich zur Raucherentwöhnung eingesetzt. Anti-Aging Kaugummi findet ebenso Absatz wie der “Super-Model Meal in a Box” Gum. Zimt oder Chili-Aroma dürfen im Kaugummi-Sortiment natürlich auch nicht fehlen.

